MAS Demenztraining

Fähigkeiten erhalten. Orientierung stärken. Lebensqualität bewahren.

Das MAS Demenztraining ist eine globale, individuell angepasste Form der Aktivierung für Menschen mit beginnender oder bestehender Demenzerkrankung.

Was ist MAS Demenztraining?

MAS Demenztraining bedeutet gezielte Aktivierung von Gedächtnis, Bewegung, Wahrnehmung und alltagspraktischen Fähigkeiten.

Die Abkürzung MAS (Morbus-Alzheimer-Syndrom) spiegelt sich in der Arbeitsweise mit folgendem Leitsatz wieder: Motivieren – Aktivieren – Stärken.

Im Mittelpunkt steht immer der Mensch – nicht die Erkrankung.

Es geht nicht um „richtig oder falsch“ und nicht um Leistungsdruck.
Vielmehr werden vorhandene Ressourcen gestärkt und Fähigkeiten gefördert, die im Alltag bedeutsam sind.

Das Training findet im gewohnten Umfeld statt – dort, wo Sicherheit und Vertrautheit bestehen.

Wortwolke zu Demenz

MAS Demenztraining bedeutet, diese Bereiche bewusst zu stärken – angepasst an die individuelle Situation.

Stadienspezifischer Ansatz nach Reisberg

Demenz verläuft in unterschiedlichen Stadien.

Eine wichtige Orientierung bietet dabei das 7-Stadien-Modell nach Barry Reisberg.

Dieses Modell bezieht Verhalten, Kognition sowie Alltagsfunktionen mit ein und macht Fähigkeiten dadurch einschätzbar und das Training speziell darauf anpassbar.

Deshalb wird jedes Demenztraining individuell gestaltet.

Dieses stadien- und ressourcengerechte Arbeiten bedeutet:

  • Überforderung wird vermieden

  • vorhandene Fähigkeiten werden bewusst genutzt

  • an frühere, gut verankerte Erinnerungen wird angeknüpft

  • Sicherheit und Struktur stehen im Vordergrund

So ist das MAS Demenztraining Motivierend – Aktivierend – Stärkend.

Die 5 Säulen des MAS-Demenztrainings

Demenztraining: Die 5 Säulen

Das MAS Demenztraining basiert auf fünf zentralen Bereichen, die in jeder Einheit berücksichtigt werden.
Sie greifen ineinander und ermöglichen eine ganzheitliche Aktivierung von Körper, Geist und Alltag.

  1. Gedächtnis
    Aktivierung von Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis sowie Orientierung in Zeit und Raum.
  2. Bewegung
    Förderung von Gleichgewicht, Koordination, Beweglichkeit und Durchblutung.
  3. Wahrnehmung
    Aktivierung der fünf Sinne – Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten.
  4. Alltagsfähigkeiten
    Sinnvolle Tätigkeiten wie Ankleiden, Kochen oder einfache Haushaltsaufgaben werden bewusst in das Training integriert.
  5. Kreativität und Spiel
    Musik, Singen, Spiele und kreative Impulse fördern Freude und emotionale Stabilität.

    Diese Kombination geht weit über reines Rätsellösen hinaus und stärkt Körper, Geist und Alltag gleichermaßen.

    MAS Demenztraining - Ziele

    Demenztraining verfolgt das Ziel, Menschen trotz kognitiver Veränderungen ein möglichst selbstbestimmtes und sicheres Leben im Alltag zu ermöglichen.

    Dabei geht es nicht darum, eine Erkrankung aufzuhalten oder „Leistung zu steigern“, sondern darum, vorhandene Fähigkeiten bewusst zu stärken, Orientierung zu fördern und Stabilität zu schaffen.

    Im Mittelpunkt stehen Lebensqualität, Würde und die Möglichkeit, aktiv am Alltag teilzunehmen.

    Konkret kann Demenztraining dazu beitragen:

    • vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten

    • Orientierung und Sicherheit zu fördern

    • Selbstständigkeit im Alltag zu unterstützen

    • Lebensqualität zu stärken

    • soziale Teilhabe zu ermöglichen

    Oft sind es kleine Fortschritte oder stabil bleibende Fähigkeiten, die im Alltag einen großen Unterschied machen.

    Risikofaktoren

    Aktuelle Studien zeigen, dass folgende Faktoren das Risiko für eine Demenzerkrankung beeinflussen können:

    • soziale Isolation

    • Depression

    • Hörverlust

    • Sehverlust

    • Bluthochdruck

    • erhöhte Cholesterinwerte

    • Bewegungsmangel
    • Adipositas

    • Diabetes

    • Kopfverletzungen

    • regelmäßiger Alkoholkonsum

    • Rauchen
    • Luftverschmutzung

    • geringe Bildung

    Nicht alle Faktoren sind beeinflussbar – viele jedoch schon.

    Gezielte Aktivierung, Bewegung und soziale Einbindung sind wichtige Schutzfaktoren für die Gehirngesundheit.

    45% aller Demenzen könnten laut aktuellen Studien durch einen gesünderen und aktiveren Lebensstil verhindert werden.

    Für wen ist MAS Demenztraining geeignet?

    Demenztraining richtet sich an Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen – von ersten Gedächtnisveränderungen bis hin zu fortgeschrittener Demenzerkrankung.

    Nicht jede Veränderung bedeutet sofort eine schwere Einschränkung. Oft beginnt es mit kleinen Unsicherheiten im Alltag oder dem Wunsch, geistig aktiv zu bleiben. Genau hier kann gezielte, individuelle Aktivierung sinnvoll ansetzen.

    Demenztraining kann geeignet sein für:

    • Menschen mit diagnostizierter Demenz

    • Personen mit beginnenden Gedächtnisproblemen

    • ältere Menschen mit Orientierungsunsicherheiten

    • Menschen, die ihre geistige und körperliche Fitness erhalten möchten

    • Personen, die sich mehr Struktur und Sicherheit im Alltag wünschen

    Das Training wird stets individuell angepasst und orientiert sich am jeweiligen Stadium sowie an den persönlichen Möglichkeiten und Bedürfnissen.

    Angehörige miteinbeziehen

    Demenz betrifft nie nur einen Menschen – sondern immer auch das Umfeld.

    Angehörige übernehmen oft eine tragende Rolle im Alltag. Sie organisieren, begleiten, unterstützen – und stehen gleichzeitig vor neuen Herausforderungen.

    Auf Wunsch werden Angehörige in das Training einbezogen.
    Praktische Hinweise, kleine Anpassungen im Alltag und gemeinsame Gespräche können helfen, Sicherheit im Umgang mit Veränderungen zu gewinnen und Überforderung zu reduzieren.

    Eine gute Begleitung bedeutet immer auch, das Umfeld miteinzubeziehen.

    Weiterführende Informationen

    Wenn Sie sich noch intensiver zum Thema Demenz informieren möchten, finden Sie bei der MAS Alzheimerhilfe weitere hilfreiche Informationen für Betroffene und Angehörige.

    -> MAS Alzheimerhilfe

    -> Demenzservice Niederösterreich

    Ergotherapie &
    MAS Demenztraining

    MAS Demenztraining kann durch ergotherapeutische Maßnahmen sinnvoll ergänzt werden. Die Ergotherapie unterstützt Menschen mit Demenz dabei, alltägliche Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.
    Mehr Informationen zur ergotherapeutischen Unterstützung finden Sie auf der Seite zur Ergotherapie.

    FAQs

    Viele Fragen rund um Ablauf, Verordnung oder Kosten lassen sich bereits im Vorfeld klären.

    Auf der FAQ-Seite finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur mobilen Ergotherapie und zum Demenztraining.

    Leitfaden für Erstgespräch

    Für das Erstgespräch steht Ihnen ein Leitfaden als Download zur Verfügung.

    Der ausgefüllte Fragebogen hilft dabei, die Therapie individuell auf die Bedürfnisse der betroffenen Person abzustimmen und die Qualität der Behandlung zu erhöhen.

    Vorbeugung - aktiv bleiben mit Prophylaxe Training

    Training der kognitiven Fähigkeiten kann auch vorbeugend sinnvoll sein.

    Viele Menschen bemerken erste Gedächtnisveränderungen, machen sich aufgrund erblicher Vorbelastung Sorgen oder möchten bewusst etwas für ihre geistige Fitness tun.

    Gezielte geistige Aktivitäten auf hohem Niveau und Bewegung können dazu beitragen, Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und eine kognitive Reserve aufzubauen..

    Es ist nie zu früh, aktiv zu bleiben.

    Das Gehin bleibt lernfähig

    Auch im höheren Alter ist das Gehirn anpassungsfähig.
    Durch gezielte Aktivierung können neue neuronale Verbindungen entstehen und bestehende Strukturen gestärkt werden.

    Dieses Prinzip nennt man Neuroplastizität – die Fähigkeit des Gehirns, sich durch Aktivität weiterzuentwickeln.

    Gezieltes Training kann dazu beitragen, Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

    Der erste Schritt

    Am Anfang steht ein unverbindliches und kostenloses Erstgespräch.

    Dabei nehmen wir uns Zeit, die aktuelle Situation in Ruhe zu besprechen und gemeinsam zu überlegen, welche Form der Unterstützung sinnvoll sein kann.

    Wir sprechen darüber,

    • welche Veränderungen im Alltag bereits spürbar sind
    • welche Ziele und Wünsche bestehen 
    • wie eine Begleitung konkret aussehen kann

    So entsteht eine Grundlage, auf der Therapie oder Training individuell geplant werden können.

    In den FAQs finden Sie noch nähere Informationen.

    Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.

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    +43 660 557 59 67

    kontakt@ergotherapietrattnig.at

    Oder verwenden Sie das folgende Kontaktformular.

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    Jeder Weg ist anders.

    Aber gemeinsam lässt er sich leichter gehen.